Stadtteilrundgang durch das Grindelviertel

Postamt in der Schlueterstraße im GrindelviertelUnser Spaziergang durch das Grindelviertel, oder wie man früher sagte: durch den Grindel, beginnt mit einem historischen Ausflug in dieses bunte Viertel.

Urkundliche Erwähnungen des damaligen Wald- und Feuchtgebietes westlich des (später gebauten) Dammtors, finden sich schon im 14. Jahrhundert. »Grindel« könnte sich somit auf die natürliche Barriere beziehen, die dieses alte Wald- und Moorgebiet im Mittelalter vor Angreifern bot. Denn Grindel bedeutet so viel wie Riegel, Pfahl oder im weiteren Sinne auch Palisadenwerk.

Bekannter ist indes, dass das Grindelviertel dann seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg wurde. Auch im heutigen Stadtbild erinnern daran noch zahlreiche Häuser oder Straßenbezeichnungen. Hier lebte bis zur Nazi-Zeit der größte Teil der einst weit über 20.000 Menschen umfassenden jüdischen Gemeinde Hamburgs.

Dass dies sich so entwickeln konnte hat mit der Aufhebung der Torsperre ab 1860 zu tun. Sie bot die Gelegenheit, dass sich hier besonders viele jüdische Einrichtungen niederlassen konnten. Große Synagogen, aber auch etliche Geschäfte. „Klein-Jerusalem“ wurde das Viertel dann im Volksmund genannt.

Mit der Machtübernahme der Nazis fand das seit 1933 ein brutales Ende. Während der Reichspogromnacht 1938 wurden die meisten Synagogen und Gemeindeeinrichtungen zerstört. Die Synagoge am Bornplatz wurde in Brand gesetzt und abgetragen. Wer nicht rechtzeitig flüchten konnte, kam in die Vernichtungslager, wurde deportiert und ermordet. Erst mit der Übergabe der Talmud-Tora Schule und einiger anderer Einrichtungen an die jüdische Gemeinde im Jahr 2007 wird diese alte Tradition nun wieder ein Stück weit lebendig.

Prägend für das Viertel ist aber auch die bereits 1919 gegründete Universität. Mit ihren zahlreichen Gründerzeitbauten, aber auch mit ihren Nachkriegsjahren entstandenen Betonklötzen. Auch sie gibt diesem Viertel bis heute ein einzigartiges Gepräge.

So ist und bleibt die Grindel bis heute ein Ort spannender Widersprüche: wunderschöne Gründerzeitbauten, zahlreiche Cafe’s und Restaurants. Die Uni führt mit ihren fast 50.000 Studierenden, zu einem pulsierenden Leben. Aber auch die Orte des Schreckens, sie gehören zu diesem Viertel …

In lockerer Weise wollen wir uns die verschiedenen Facetten dieses sehr liebenswerten Stadtteils, sein besonderes Flair, sein quirliges Leben auch genussvoll erschließen. Wünschen es die Teilnehmenden, kommt am Ende des Rundgangs ein Abstecher in einer der vielen gemütlichen Kneipen oder Restaurants deshalb noch hinzu.

Alles auf einen Blick
Offene Veranstaltungen:

Fr., 20.04.2018 – 17:00 Uhr
Mi., 22.08.2018 – 18:30 Uhr

Treffpunkt: Edmund-Siemers-Allee 1 (Haupteingang Uni Hamburg)
Dauer: etwa 2 1/2 Stunden.
Preis: pro Person 17,50 €.

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Veranstaltungs-Nummer: 1004.
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