Stadtführung durch die Jarrestadt – Expressionismus und Romantik

Stadtführung JarrestadtUnser Rundgang führt uns in die Jarrestadt. Entstanden im Jahr 1926 zwischen dem einst von Industrieanlagen geprägten Osterbekkanal und dem beschaulichen Goldbekkanal südlich des Stadtparks. Ein bis heute in sich geschlossenes homogenes Quartier, das seine Entstehung den ehrgeizigen Neubauplanungen des damaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher verdankt. Unter seiner Federführung entstanden rund um die Innenstadt die Hamburg noch heute prägenden Backsteinquartiere. Wie „ein Gürtel um Hamburgs alten Leib“, wie Schumacher betonte.

Es war die katastrophale Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg, der so begegnet werden sollte. Das Areal zwischen Jarrestraße und Wiesendamm bot sich für den Bau der so dringend benötigten Kleinwohnungen an. Nicht nur wegen seiner Nähe zu den Arbeitsplätzen am Osterbekkanal und an der Barmbeker Straße, sondern auch wegen seiner Nähe zum Stadtpark. Denn erstmals in der Geschichte der Stadtplaner wollte Schumacher ein Konzept realisieren, das den unterschiedlichen Ansprüchen seiner Bewohnerinnen und Bewohner gleichermaßen entsprach.

Mit einem Straßenplan wurde die Grundstruktur entworfen: Zehn Blöcke, die durch zehn Architektenbüros gestaltet wurden. Ausgewählt in einem Wettbewerb, gestalteten sie den gesamten Komplex gemeinsam, um ihm in den einzelnen Blöcken besondere Feinheiten hinzuzufügen. Einzig der Backstein sollte nach den Vorgaben Schumachers für die Gestaltung der Fassaden dabei Verwendung finden. Wohn-hygienische Standards waren zwingend einzuhalten!

Stadtführung JarrestadtUnsere Stadtführung durch die Jarrestadt zeichnet dieses konstruktive Miteinander der zehn besten damaligen Architektenbüros nach. Sie entwarfen ein Gesamtkunstwerk!

Entdecken wollen wir bei unserer Stadtführung durch die Jarrestadt aber auch die „Geheimnisse“ der einzelnen Blöcke dieses Quartiers. Vieles kann schon instinktiv wahrgenommen werden: Warum etwa wirkt dieses Viertel so abgeschlossen? Warum wirken die Fassaden gleichzeitig aber so leicht und die Straßenzüge so aufgelockert? Nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Alles war genau durchdacht. Dazu zählen auch die vielen Plätze, die das Viertel erweitern. Auch die überbauten Straßenmündungen oder die unterschiedlichen Geschosshöhen. Alles hat seine Bedeutung. So wie auch das viele Grün der Höfe und Parkanlagen, die die Jarrestadt mit ihrem roten Backstein prägen.

Schumacher schuf so einen Stadtteil, in dem die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter im Vordergrund standen.

Alles auf einen Blick
Offene Veranstaltung:

Di., 19.06.2018 – 18:30 Uhr

Dauer: etwa 2 1/2 Stunden.
Preis pro Person: 17,50 €.
Treffpunkt: U-Bahn Borgweg.

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Veranstaltungs-Nummer: 6007
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